Der schöne, schneereiche Winter zeigt offensichtlich besonders in diesem Jahr seine Kehrseite. Die durch alle Medien gegangenen Halleneinstürze im bayrischen Bad-Reichenhall und dem polnischen Kattowitz sind nur zwei Extrembeispiele.
Aus diesem Grund wird immer öfters die Frage nach der zulässigen Schneelast gestellt bzw. es stellt sich die Frage, ob das Dach bei der konkreten Schneehöhe noch ausreichend standsicher ist.
Die folgenden Zeilen richten sich besonders an private Nutzer, da der Artikel davon ausgeht, dass Fachkollegen über ausreichend spezielle Kenntnisse zu weitergehenden Untersuchungen verfügen.
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Die Schneelast ist in Abhängigkeit vom Gebäudestandort anzusetzen. Dabei spielen die Dachneigung, die Dachform, sowie Aufbauten eine große Rolle. Grundsätzlich kann man sagen je höher das Gebäude in unserem schönen Deutschland liegt, desto mehr Schneelast ist anzusetzen. Und je steiler das Dach ist desto weniger Schnee kann sich auf dem Dach halten, weil er den Gesetzen der Schwerkraft folgend abrutscht. Damit sind besonders flache Dächer (bis 30° Dachneigung) vom Problem betroffen. Die Schneelasten dürfen bei solchen Dächern in der Regel nicht abgemindert werden. Die nachfolgenden Darlegungen gehen deshalb von genau solchen Dächern aus.
Die Regelungen zum Ansatz der Schneelast findet man in der DIN 1055 Teil 5.
Um zu einem plausiblen Ergebnis zu kommen, haben Sie einen theoretischen Teil und einen praktischen Teil zu absolvieren.
Zunächst ermitteln Sie, wieviel Schneelast nach DIN an Ihrem Standort anzusetzen ist. Grundsätzlich müssen Sie dazu folgendes wissen:
Mit diesen beiden Daten lesen Sie die für das Bauwerk angesetzte Schneelast ab. Dazu suchen Sie in der Karte der Bundesrepublik Ihre Region und lesen die Schneelastzone ab.
Jetzt lesen Sie in der folgenden Tabelle entsprechend der Schneelastzone und der höhenmäßigen Einordnung des Gebäudes die angesetzte Schneelast ab.
| Höhe des Standortes | Schneelastzone | |||
| I | II | III | IV | |
| bis 200 m | 75 kg/m² | 75 kg/m² | 75 kg/m² | 100 kg/m² |
| bis 300 m | 75 kg/m² | 75 kg/m² | 75 kg/m² | 115 kg/m² |
| bis 400 m | 75 kg/m² | 75 kg/m² | 100 kg/m² | 155 kg/m² |
| bis 500 m | 75 kg/m² | 90 kg/m² | 125 kg/m² | 210 kg/m² |
| bis 600 m | 85 kg/m² | 115 kg/m² | 160 kg/m² | 260 kg/m² |
| bis 700 m | 105 kg/m² | 150 kg/m² | 200 kg/m² | 325 kg/m² |
| bis 800 m | 125 kg/m² | 185 kg/m² | 255 kg/m² | 390 kg/m² |
| bis 900 m | 230 kg/m² | 310 kg/m² | 465 kg/m² | |
| bis 1000 m | 380 kg/m² | 550 kg/m² | ||
| über 1000 m | im Bauamt des Landratsamtes nachfragen | |||
Am Anfang soll ein Sicherheitshinweis Sie nochmals zu auftretende Gefahren sensibilisieren.
Betreten Sie möglichst das Dach nicht direkt. Führen Sie die Arbeiten von einem sicheren Standort, z.B. einer angelegten Leiter oder vom Dachausstieg aus. Schützen Sie sich durch Angurten oder andere Maßnahmen vor einem Absturz. Gewährleisten Sie einen sicheren Stand von Leitern. Verwenden Sie nur Leitern, die ausreichend weit über die Traufe hinausragen. Lassen Sie sich dabei helfen. Es sollte auf jeden Fall eine weitere Person in der Lage sein, sofort Hilfe zu organisieren.
Für die Durchführung benötigen Sie folgende Materialien:
Gehen Sie wie folgt vor:
| Messung | Gewicht | Schneegewicht | Schneehöhe |
| Rohrgewicht | 1,18 kg | ||
| Messung 1 | 1,75 kg | 0,57 kg | 42 cm |
| Messung 2 | 1,49 kg | 0,31 kg | 38 cm |
| Messung 3 | 1,55 kg | 0,37 kg | 40 cm |
| Mittelwert | 0,42 kg | 40 cm | |
| Duchmesser | Fläche | ||
| d = 7,8 cm | 0,00478 |
Nachfolgend noch eine kleine Tabelle mit den Flächen üblicher Rohrquerschnitte:
| Durchmesser in cm | 8,00000 | 10,00000 | 12,50000 | 15,00000 | 20,00000 | 25,00000 |
| Fläche in m² | 0,00503 | 0,00785 | 0,01227 | 0,01767 | 0,03142 | 0,04909 |
Liegt die tatsächlich ermittelte Schneelast unterhalb des angesetzten Wertes hat die Konstruktion noch Tragreserven und es besteht kein direkter Handlungsbedarf.
Liegt die tatsächlich ermittelte Schneelast oberhalb des angesetzten Wertes ist die Konstruktion überlastet und es besteht sofortiger Handlungsbedarf:
Sollten Sie sich nicht sicher sein ob Ihr Ergebnis plausibel ist, so wenden Sie sich auf jeden Fall an einen meiner Fachkollegen. Die Statiker werden Ihnen mit Sicherheit mit kompetentem Rat zur Seite stehen. Beachten Sie auch, dass durch Schneebretter, Dachaufbauten, Gauben, wechselnde Dachneigungen, Kehlen usw. die Schneehöhen zum Teil beträchtlich höher sind als an den für Sie zugänglichen Messstellen. Gleiches gilt, wenn sich unmittelbar oberhalb der Dachhaut eine dicke Eisschicht befindet, da diese Schicht besonders schwer ist. Außerdem haben Sie diese Schicht mit dem oben beschriebenen Verfahren nicht berücksichtigen können. Sollen Sie bereits an der Innenseite oder Unterseite des Dachs sichtbare Durchbiegungen erkennen, wenden Sie sich auf jeden Fall an einen Fachkollegen. Diese Durchbiegungen können bleibend sein und somit spätestens beim nächsten Schneefall zum Problem werden.
Bei Holzkonstruktionen treten Knarrgeräusche auf. Das Versagen der Konstruktion kündigt sich somit an. Bei Stahl oder Betonkonstruktionen treten diese Geräusche nicht auf. Das Versagen der Konstruktion erfolgt somit ohne Ankündigung und schlagartig.
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